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Birger-Forell-Realschule

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Birger Forell -
Ein Vater Espelkamps

Birger-Forell-Realschule,
Birger-Forell-Straße - Espelkamp erinnert sich an diesen schwedischen Pastor,
der maßgeblich an der Entstehung der Stadt beteiligt war. Als Pastor an der
Carolikirche in der schwedischen Stadt Boras, heute eine der Partnerstädte
Espelkamps, wird er 1943 vom Weltkirchenrat zur Betreuung der deutschen
Kriegsgefangenen in England berufen. Schon 1944 hat Birger Forell mit seiner
Frau Calise in seiner Gemeinde Boras für die Flüchtlingslager in Deutschland
Kleider, Schuhe, Lebensmittel, Medikamente und Geld gesammelt. Auf einer kurzen
Reise in Deutschland stößt er im Herbst 1945 auf die Not der Flüchtlinge und
Heimatvertriebenen. Dabei kommt bei ihm der Gedanke auf, eine christliche
Siedlung zu gründen: mit Kriegsheimkehrern, Flüchtlingen und Vertriebenen. Bei
seiner Reise trifft er auch den befreundeten Pastor von Bodelschwingh in Bethel
und lernt auch Pastor Pawlowski kennen, den Beauftragten für das gerade
eingerichteten Hilfswerk der Evangelischen Kirche von Westfalen. Im Dezember
1946 reist Forell wieder nach Deutschland. Am 11. Dezember 1946
schreibt er in
sein Tagebuch: „Mit Pawlowski nach Espelkamp, einer großen Munitionsfabrik von 4
Quadratkilometern mit 160 solide gebauten Häusern von zum Teil großen Ausmaßen
(...). Hier könnte ein 5000 Menschen fassendes Bethel auf christlicher Grundlage
entstehen." Das Gebiet der Munitionsfabrik erscheint ihm ideal für sein Projekt,
in Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Hilfswerk Flüchtlingen und Heimkehrern
eine neue Heimat zu geben. Als Bürger des neutralen Schweden hat Forell die
Möglichkeit, zwischen deutschen Dienststellen und der Militärregierung zu
vermitteln. Sein Plan ist, Flüchtlinge und Heimkehrer, besonders junge Leute,
die Eltern und Heimat verloren haben, in den Muna-Gebäuden unterzubringen. Es
geht ihm dabei um die Gründung einer Ortschaft, in der Heimkehrer wohnen und
unterstützt werden können.
Die Verhandlungen laufen jedoch nur sehr zögerlich, weil auch die deutschen
Stellen (Finanzverwaltung, Regierungspräsidium, Kreisverwaltung) die Nutzung der
Muna-Gebäude, wenn auch auf unterschiedliche Art, beanspruchen. Forell schafft
es durch seine Verhandlungen, General Bishop, den Oberkommandierenden der
britischen Zone, von seiner Idee zu überzeugen. So erklärt die britische
Militärregierung die Freigabe der Gebäude an das Hilfswerk von Westfalen unter
dem Vorbehalt, dass das Hilfswerk jederzeit gebeten werden könne, sich wieder
zurückzuziehen, z.B. im Falle eines Sprengungsbefehls.
Ende September 1947 erfolgt der Befehl zur vollständigen Demontage. In der
Zwischenzeit sind in Espelkamp jedoch die ersten Siedlungsanfänge gemacht.
Im Herbst 1947 werden noch die Munitionsbunker gesprengt, die ersten
Kriegsgefangenen kommen auf Forells Initiative aus England. Nachdem das Ev.
Hilfswerk und auch Forell immer wieder auf die bereits angelaufene karitative
und kirchliche Arbeit, die geleistet worden war, hinwiesen und Forell
unermüdlich Verhandlungen führte, zeigten sich auch von Seiten des französischen
Kontrollrates Erfolge.
Unter primitivsten Verhältnissen hatte das Leben der ersten Bewohner begonnen.
Espelkamp ist heute das deutlichste Zeichen für Forells Wirken in Deutschland
und manches im Stadtbild deutet auf ihn hin.
Ohne seine Verhandlungen wäre die Gründung der Stadt nicht möglich gewesen.
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