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Die Munitionsanstalt der Wehrmachtin Espelkamp
Geschichte – Daten – Fakten
Der langjährige Kommandant der Munitionsanstalt (Muna in der „Mund“) in Espelkamp Oberstleutnant a.D. ehemaliger Bunkereingang August Skirde berichtet 1968: „Als ich 1937 von der Wehrmachtsverwaltung nach Espelkamp geschickt wurde, um das Gelände zu besichtigen und mich gutachtlich über Alter Bunkereingang dessen Eignung für den Aufbau einer Munitionsanstalt zu äußern, war ein großer Teil der Forsten im Besitz der Familie von dem Bussche- Münch und des Staates. In dem Waldgelände lagen außerdem zwei kleine landwirtschaftliche Betriebeund Waldparzellen, die im Besitz Espelkamper und Rahdener Bauern waren. Als man mit dem Bau eines großen Zaunes um das Gelände begann, wurden die beiden Betriebe nach Espelkamp ausgesiedelt.“
Die
Wehrkreisverwaltung VI, Münster, schickt den Oberleutnant Skirde nach
Espelkamp, um zu prüfen, ob die örtlichen Gegebenheiten günstig seinen für
den bau einer Munitionsanstalt. 1938/39 In der Gemarkung „Mittwald“, in einem Gelände mit Laub- und Nadelwald im südlichen Teil Espelkamps, beginnt der Aufbau einer „Munitionsanstalt des Heeres“, kurz „Muna“ genannt. Ausmaße: auf rd. 250 ha Waldfläche ehemaliges Nebentor
1. Herstellung von Granaten aus Sprengstoff, Zündern und Geschossrohlinge. Das Rohmaterial stammte aus anderen Rüstungsbetrieben und wurde in der „Muna“ lediglich schussbereit gemacht. 2.
Lagerung der angelieferten Halbfertigwaren sowie der fertigen Munition. 3.
Füllanlage für die Herstellung von Giftgasgranaten mit dem Nervengas
„Tabun“. Bis zum Kriegsende ist die Anlage nicht ganz fertiggestellt und
somit nicht in Betrieb genommen worden. 1.September
1939 Mit
dem Einmarsch deutscher Truppen in Polen beginnt der 2. Weltkrieg. 1940 Am
Westrand der „Muna“ zwei Holzbarackenlager
(später „Kolonie“ und „Hedrichsdorf“ genannt) für Arbeiter der
„Muna“
errichtet.
Jugendarbeit in "Hedrichsdorf"
1941-1944
Deutsche Truppen in der Muna August
Skirde Kommandant der „Muna“. 28.
März 1945 Auf
einer Krisensitzung weigert sich Major Küppers, den Sprengungsbefehl für die
„Muna“ durchzuführen. Unabsehbares Unheil wird damit abgewendet. April
1945 Die
2. Britische Armee besetzt das Minden- Ravensberger Land und erreicht am 4.
April Espelkamp. Die „Muna“ fällt den Engländern unzerstört in die Hände. 8.
Mai 1945 Kapitulation
der gesamten deutschen Wehrmacht. Ab
Juni 1945 Die
ersten Flüchtlinge finden notdürftige Unterkunft in den Baracken der
„Kolonie“.
Baracken aus der "Kolonie" 17. Juli- 2.August Konferenz
der Siegermächte in Potsdam. Nach den
Entmilitarisierungsbestimmungen Des
„Potsdamer Abkommens“ müssen alle Kriegsanlagen der Kategorie I, zu denen
auch die „Muna“ gehört, völlig zerstört werden.
gesprengte "Muna" 11.
Dezember 1946 Nach
Kontaktaufnahme mit dem Ev. Hilfswerk besichtigt der Schwedische Pfarrer Birger-
Forell zum ersten Mal das Munagelände. „Hier gibt es
Phantastische Möglichkeiten für das evangelische Hilfswerk, Heim und Arbeit für
5000 Menschen zu schaffen“ (Tagebucheintrag). Forell setzt sich in der
Folgezeit für die Verhinderung der Demontage und für die Freigabe der„Muna“ ein.
Dank u.a. wegen der Bemühungen Birger Forell’ s wurde das Munagelände nicht ganz zerstört und deswegen existiert Espelkamp heute.
ehemaliges Muna- Gebäude; heute Firma "Rosenthal" |
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Zum 50. Todestag Birger Forells zusammengestellt von Ulrich Schlick, Christiane Müller-Griepshop und Schülern der Birger-Forell-Realschule. Besonderer Dank gilt den Mitarbeitern der Stadtverwaltung, die uns Zugang zum Stadtarchiv verschafften und uns auch sonst sehr behilflich waren: Herr Spangenberg (Archiv), Herr Siemon (Redakteur in der Öffentlichkeitsarbeit) |